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AWO zum Ganztag: Qualität muss höchste Priorität eingeräumt werden

Die Coronahilfen der Bundesregierung umfassen unter anderem ein Ausgabenpaket für einen Ausbau der Ganztagsbetreuung im Grundschulbereich, verbunden mit einem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab 2025. Dies wird von Fachleuten zwar einhellig begrüßt, doch gibt es auch Bedenken gegen einen schnellen Ausbau: Bleibt die Qualität auf der Strecke?

Mit dem Hashtag #GuterGanztag setzt sich der AWO Bundesverband für einen durchdachten und qualitativ hochwertigen Ausbau der Ganztagsbetreuung ein. Angesichts der von den Regierungsparteien selbst gesetzten Frist, bis Anfang September ein zwischen Bund und Ländern ausgehandeltes Finanzierungskonzept vorzulegen, sei zu befürchten, dass die drängenden fachlichen Fragen auf der Strecke bleiben. So ist z.B. noch völlig unklar, wo die pädagogischen Fachkräfte herkommen sollen, die für den ab 2025 feststehenden Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz notwendig sind. Auch sind vielerorts noch gar nicht die räumlichen Kapazitäten geschaffen, um ein qualitativ ansprechendes Angebot machen zu können.

Aus Sicht von Wolfgang Stadler, Bundesvorsitzender des AWO Bundesverbands, droht aus diesem Grund Stückwerk statt einem gut durchdachten Plan. In einem Video-Statement spricht sich Stadler trotz der generellen Freude über den Beschluss zum Ganztag-Rechtsanspruch gegen das nun initiierte Eilverfahren aus. Er begründet dies damit, dass in der Kürze der Zeit nicht die erforderlichen Gespräche mit Eltern, Verbänden und Fachleuten geführt werden könnten, die notwendig seien, um einen qualitiativ hochwertigen Ganztag zu ermöglichen.

Und auch die Rechte der Kinder rückt Stadler in Fokus. „Kinder fühlen sich wohler, wenn sie ernst genommen und eingebunden werden. Nur so können sie sich bei Konflikten wirksam beschweren oder das Recht ausüben, an allen Angeboten des Ganztags teilzunehmen, ohne dass es an den Kosten scheitert. Wenn dies fehlt, drohen sie sich zurückzuziehen oder aus der Gemeinschaft herauszufallen.“ Gerade personelle Engpässe könnten dazu führen, dass Kinder nicht die Betreuung erhalten, die sie verdienten und die notwendig sei, damit möglichst viele von ihnen eine Chance auf gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erhalten.

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Buchcover

Regina-Maria Dackweiler, Alexandra Rau, Reinhild Schäfer (Hrsg.): Frauen und Armut - feministische Perspektiven. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2020. 474 Seiten. ISBN 978-3-8474-2203-7.
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